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„Das Projekt wird einiges zum nachhaltigen Klimaschutz beitragen“
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Ein Konsortium aus Forschung und Industrie will Mauretanien begrünen. Peter Heck vom Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier erklärt, wie.
Herr Heck, Mauretanien liegt im Nordwesten Afrikas, besteht größtenteils aus Sand. Im Rahmen von SAREP soll die Wüste grüner werden. Warum dort?
Peter Heck: Mauretanien ist besonders stark vom Klimawandel betroffen. Das Land ist zudem wenig entwickelt, viele Menschen leiden Hunger. Ich sehe die ganze Menschheit in der Pflicht, Bedingungen zu schaffen, die dem Klima und den Bewohnern zugutekommen. Aber ja, warum gerade Mauretanien? Schließlich leiden viele Länder unter der Klimaerwärmung. Es gibt viele Gründe. Zum Beispiel wird ein großer Teil der Landesfläche nicht oder kaum für landwirtschaftliche Zwecke genutzt. Zudem liegt Mauretanien am Meer – es ist also unendlich viel Wasser vorhanden, das wir mithilfe von Solar- und Windenergie entsalzen werden. Für unser Sahara Renaissance Project (Anm. d. Red.: SAREP) finden wir in der Region also beste Bedingungen vor. Wir wollen zunächst ökologische Inseln schaffen, auf denen sich eine nachhaltige biologische Vielfalt entwickeln kann. Dafür stehen uns dank eines Leasingabkommens zwei Millionen Hektar Land zur Verfügung. Wir werden es 50 Jahre lang nutzen können, um es Mauretanien dann entwickelt zurückzugeben. Wir haben dabei die volle Unterstützung durch die dortige Regierung.
Peter Heck: Mauretanien ist besonders stark vom Klimawandel betroffen. Das Land ist zudem wenig entwickelt, viele Menschen leiden Hunger. Ich sehe die ganze Menschheit in der Pflicht, Bedingungen zu schaffen, die dem Klima und den Bewohnern zugutekommen. Aber ja, warum gerade Mauretanien? Schließlich leiden viele Länder unter der Klimaerwärmung. Es gibt viele Gründe. Zum Beispiel wird ein großer Teil der Landesfläche nicht oder kaum für landwirtschaftliche Zwecke genutzt. Zudem liegt Mauretanien am Meer – es ist also unendlich viel Wasser vorhanden, das wir mithilfe von Solar- und Windenergie entsalzen werden. Für unser Sahara Renaissance Project (Anm. d. Red.: SAREP) finden wir in der Region also beste Bedingungen vor. Wir wollen zunächst ökologische Inseln schaffen, auf denen sich eine nachhaltige biologische Vielfalt entwickeln kann. Dafür stehen uns dank eines Leasingabkommens zwei Millionen Hektar Land zur Verfügung. Wir werden es 50 Jahre lang nutzen können, um es Mauretanien dann entwickelt zurückzugeben. Wir haben dabei die volle Unterstützung durch die dortige Regierung.
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Sahara Renaissance Project – das klingt nach einem sehr großen Plan. Lassen Sie uns über die Finanzierung sprechen: Wer beteiligt sich daran?
Heck: Die Finanzierung wird prinzipiell über den CO2-Zertifikatemarkt erfolgen. Grundsätzlich stehen wir tatsächlich vor komplexen Herausforderungen, allein aufgrund der Größe des Projektes. Und weil mögliche Investoren oft eine falsche Wahrnehmung von Mauretanien als Investitionsstandort haben. Das Land betreibt schon seit Langem Bergbau auf sehr hohem Niveau – eine gut funktionierende Logistik und Fachkräfte sind also vorhanden. Einige starke Partner haben wir schon auf unserer Seite, auch aus der Industrie. Hier gibt es unterschiedliche Interessenslagen: Stahlproduzenten sind an reduziertem Eisenerz interessiert, Mineralölkonzerne an Bio-Ölen, und Maschinenbauer sehen einen großen Markt für den Verkauf von Pumpen, Bewässerungssystemen und Energieanlagen. Die Finanzierungsgespräche für die ersten 300 Hektar Land laufen mit unterschiedlichen Partnern aus Industrie, Finanzwirtschaft und Family Offices, also Gesellschaften, die private Großvermögen von Eigentümerfamilien verwalten.
Gibt es auch einen unmittelbaren Nutzen für das Klima und die Bevölkerung?
Heck: Das Projekt wird einiges zum nachhaltigen Klimaschutz beitragen. Jeder Baum, der in der Wüste wächst, entzieht der Atmosphäre Kohlendioxid. Wir planen, bis zu 160 Tonnen CO2 pro Hektar und Jahr in der Wüste zu binden – das wären 25 bis 30 Prozent der jährlichen Emissionen in Deutschland. Die Aufforstung wird zu einer regionalen Abkühlung und im besten Fall zu dauerhaft höheren Niederschlägen führen. Wir werden die finanziellen Mittel so einsetzen, dass sie dem Klimaschutz zugutekommen und zugleich bei der Lösung anderer Probleme helfen. Wir kombinieren die Einlagerung von CO2 also mit einer größtmöglichen sozialen, ökologischen und ökonomischen Wertschöpfung für Mauretanien. So sollen am Ende rund 400.000 neue Arbeitsplätze entstehen – mit Trainingszentren, Schulen, Kindergärten und Wohnmöglichkeiten. Die lokale Bevölkerung wird auf einem Stück Land eigene Nahrungsmittel anbauen können. Bis zu zehn Prozent der Gesamtfläche sollen dem Anbau von Grundnahrungsmitteln dienen, und die Versorgung der Menschen mit sauberem und bezahlbarem Trinkwasser wollen wir ebenfalls gewährleisten.
Heck: Die Finanzierung wird prinzipiell über den CO2-Zertifikatemarkt erfolgen. Grundsätzlich stehen wir tatsächlich vor komplexen Herausforderungen, allein aufgrund der Größe des Projektes. Und weil mögliche Investoren oft eine falsche Wahrnehmung von Mauretanien als Investitionsstandort haben. Das Land betreibt schon seit Langem Bergbau auf sehr hohem Niveau – eine gut funktionierende Logistik und Fachkräfte sind also vorhanden. Einige starke Partner haben wir schon auf unserer Seite, auch aus der Industrie. Hier gibt es unterschiedliche Interessenslagen: Stahlproduzenten sind an reduziertem Eisenerz interessiert, Mineralölkonzerne an Bio-Ölen, und Maschinenbauer sehen einen großen Markt für den Verkauf von Pumpen, Bewässerungssystemen und Energieanlagen. Die Finanzierungsgespräche für die ersten 300 Hektar Land laufen mit unterschiedlichen Partnern aus Industrie, Finanzwirtschaft und Family Offices, also Gesellschaften, die private Großvermögen von Eigentümerfamilien verwalten.
Gibt es auch einen unmittelbaren Nutzen für das Klima und die Bevölkerung?
Heck: Das Projekt wird einiges zum nachhaltigen Klimaschutz beitragen. Jeder Baum, der in der Wüste wächst, entzieht der Atmosphäre Kohlendioxid. Wir planen, bis zu 160 Tonnen CO2 pro Hektar und Jahr in der Wüste zu binden – das wären 25 bis 30 Prozent der jährlichen Emissionen in Deutschland. Die Aufforstung wird zu einer regionalen Abkühlung und im besten Fall zu dauerhaft höheren Niederschlägen führen. Wir werden die finanziellen Mittel so einsetzen, dass sie dem Klimaschutz zugutekommen und zugleich bei der Lösung anderer Probleme helfen. Wir kombinieren die Einlagerung von CO2 also mit einer größtmöglichen sozialen, ökologischen und ökonomischen Wertschöpfung für Mauretanien. So sollen am Ende rund 400.000 neue Arbeitsplätze entstehen – mit Trainingszentren, Schulen, Kindergärten und Wohnmöglichkeiten. Die lokale Bevölkerung wird auf einem Stück Land eigene Nahrungsmittel anbauen können. Bis zu zehn Prozent der Gesamtfläche sollen dem Anbau von Grundnahrungsmitteln dienen, und die Versorgung der Menschen mit sauberem und bezahlbarem Trinkwasser wollen wir ebenfalls gewährleisten.
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Zur Person:
Professor Peter Heck ist Direktor des Instituts für angewandtes Stromstoffmanagement am Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier. Er arbeitet seit 2020 an der Idee, die Wüste Mauretaniens mit Bäumen zu begrünen. Der Startschuss für das SAREP-Projekt fiel im Oktober 2023 anlässlich der ersten internationalen SAREP-Konferenz.