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Herausragend

Beyond Science

Etwa 65.000 bekannte Baumarten gibt es weltweit, und einige von ihnen haben sich als Rekordhalter einen Namen gemacht. Sie sind höher, älter, schwerer als ihre Artgenossen – und verblüffen Forscher wie Naturfreunde immer wieder aufs Neue.

Biblisches Alter

969 Jahre alt soll Methusalem geworden sein, so die Erzählungen des Alten Testaments. Nicht verwunderlich also, dass man auch den aktuell ältesten bekannten Baum der Welt nach ihm benannte: Methuselah, ein Exemplar der Langlebigen Kiefer, soll seit circa 4.850 Jahren sein Dasein in den kalifornischen White Mountains fristen. Dort, in Nevada und in Utah, wachsen die uralten Bäume, einige davon mehrere Tausend Jahre alt. Das Geheimnis hinter dem Alter: Im Gegensatz zur DNA etwa des Menschen, in der ein Verfall angelegt und vorgesehen ist, kann die spezielle Kiefer beschädigtes Zellmaterial gut reproduzieren. Zusätzlich hat sich der Baum angepasst:Das robuste Holz wird durch Schädlinge kaum befallen, die trockene Umgebungsluft schützt vor Verrottung, und der enorme Abstand zwischen den Bäumen macht flächendeckende Brände sehr selten.
Bildhinweis: ​© iStock

Geduld, die sich auszahlt

Nicht bloß einen, sondern gleich mehrere Rekorde hält die Seychellenpalme, auch „Seychellennuss“ genannt: Neben der größten Blüte und dem vier Meter langen Keimblatt entwickelt dieser Baum die größten und schwersten Samen der Pflanzenwelt: Bis zu 18 Kilogramm Gewicht erreichen die Riesensamen, und bis zu drei Stück davon befinden sich in einer Frucht, ist diese einmal reif. Das allerdings braucht seine Zeit: Nach erst sechs bis sieben Jahren fällt eine solche Frucht vom Baum und benötigt dann weitere zwei Jahre, um auszukeimen – und das auch nur vielleicht. Das komplizierte Reproduktionsverhalten des Baums gilt als ein Grund für sein auf die Seychellen beschränktes Vorkommen. Der Name der Frucht, „Coco de Mer“, also Meeresnuss, rührt von einem Missverständnis: Lange glaubte man, die Samen trieben zur Verbreitung über das Meer – tatsächlich aber gehen sie einfach unter. Heute steht die Palme auf der Liste gefährdeter Arten.
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Unterirdisches Geheimnis

Diese Zitterpappel, deren weiße Stämme in Utah aus dem Boden ragen, hält einen zunächst kaum ersichtlichen Rekord: Dennoch verbirgt sich hinter der unscheinbaren Oberfläche das vermutlich schwerste Lebewesen der Erde. Das Wurzelgeflecht seiner 40.000 Stämme ist unterirdisch miteinander vernetzt und formt so ein einziges Lebewesen, das 43 Hektar einnimmt und sechs Millionen Kilogramm auf die Waage brächte. „Pando“ wird es genannt, vom lateinischen Wort für „sich ausdehnen“. Ausgerechnet Wildfeuer sollen dem Baum seine weite Verbreitung ermöglicht haben: Sie zerstörten die Stämme, nie aber das Wurzelgeflecht, das anschließend an der Oberfläche erneut austrieb. Ohne diesen Überlebensmechanismus hätten vor allem Nadelbäume dem gegenüber Dunkelheit empfind­lichen Baum den Lebensraum wohl streitig gemacht. Ganz gefahrlos lebt es sich als Pappelhain aber nicht: Das Eindämmen der Brände durch den Menschen und das Abfressen der Jungbäume durch Rehe und Kühe setzten dem Rekordhalter in den letzten Jahren vermehrt zu.
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Wie der Vater, so der Sohn

Schwer entflammbar, resistent gegen Schädlinge und leicht zu bearbeiten:
Der Küstenmammutbaum, auch Sequoia sempervirens genannt, liefert perfektes Nutzholz, weshalb er seit 1850 massiv gerodet wurde. In den Nationalparks Kaliforniens findet man heute noch gerade 10 Prozent der ursprünglichen Bestände. Zwei besonders prächtige Exemplare stehen im Redwood National Park, dessen Name auf das auffällig rote Holz der Mammutbäume zurückzuführen ist. Helios und Hyperion, benannt nach dem griechischen Sonnengott und dessen Vater, gelten als die höchsten Bäume unseres Planeten. Lange 116 Meter misst der etwas höhere Hyperion. Wie er es schafft, die zum Leben benötigte Feuchtigkeit entgegen der Schwerkraft bis in die Wipfel zu transportieren, ist unter Wissenschaftlern strittig. Am Rande des biologischen Limits dürfte sich der Küstenmammutbaum allemal bewegen.