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Giganten mit Sprengkraft

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Vulkane gibt es überall auf der Welt, und da selbst ruhende Exemplare wieder Feuer speien können, ist ihre stetige Erforschung unerlässlich. Vier Feuerberge – vier Superlative.

Einer der mächtigsten seiner Art

Der Mauna Loa („Langer Berg“) ruht hier unscheinbar am Horizont hinter dem durchaus gewalttätiger wirkenden Vulkankegel des Mauna Kea („Weißer Berg"). Der ist, ab Meeresgrund gemessen, zwar der höchste Berg der Erde, gleichwohl als Vulkan inaktiv. Mauna Loa wiederum, kaum kleiner, ragt 4 Kilometer über dem Pazifik auf und ist mit über 5 Quadratkilometer Fläche einer der größten aktiven Vulkane der Erde. Seit 1984 herrscht, bis auf kleinere Erdstöße, Ruhe auf Hawaii, doch an der New Yorker School of Marine and Atmospheric Sciences ist man alarmiert: Satellitendaten und GPS-Stationen beweisen, dass sich der Gipfel des schlafenden Riesen zwischen 2014 und 2020 um circa 6 Zentimeter jährlich hob. Grund sei ein unterirdischer Magmazustrom. Ein baldiger Ausbruch wird dennoch nicht erwartet, aber das Hawaiian Volcano Observatory will den mächtigen Vulkan genau im Blick behalten.

Islands Frühjahrs-Spektakel

Knapp 800 Jahre gab der im Südwesten von Island gelegene Vulkan Fagradalsfjall Ruhe, bevor er innerhalb von drei Wochen durch etwa 50.000 kleinere Erdbeben seine Eruption ankündigte. Am Abend des 19. März 2021 war das Spektakel perfekt: „Spektakel“ deshalb, da der Ausbruch auf der Reykjanes-Halbinsel moderat war und keine Gefahr für umliegende Städte bestand – die nächste Stadt, Nátthagakriki, liegt knapp 10 Kilometer vom Ort des Geschehens entfernt. So zog das Naturschauspiel Tausende isländische Schaulustige an – ihre Bilder und Filme der zähen glühenden Masse ließen Menschen rund um den Globus teilhaben. Internationale Forscherteams nutzten die günstige geologische Lage für ihre wissenschaftliche Arbeit vor Ort. Eines zeichnet sich dabei ab: Aufgrund der enormen seismischen Energie, die freigesetzt wurde, sind weitere, gewaltigere Ausbrüche zu erwarten. Nur wann – dieses Geheimnis spuckt der Fagradalsfjall bislang nicht aus.

Faszinosum aus Eis und Schnee

„Very high“ – so lautet das offizielle Bedrohungspotenzial des Mount St. Helens in Washington, USA. Der aktive Stratovulkan ging mit seiner Eruption am 18. Mai 1980 in die Geschichtsbücher ein, als ein Erdbeben der Stärke 5+ eine Reihe von gravierenden Folgeereignissen ins Rollen brachte: Um 8.32 Uhr Ortszeit riss eine massive Trümmerlawine die oberen 400 Meter des Vulkans vollständig in die Tiefe. Wenig später erfolgte die eigentliche sogenannte plinianische Eruption – ein explosiver Ausbruch mit einer 24 Kilometer hohen Rauchsäule. 520 Millionen Tonnen Asche wehten ostwärts über die USA und verdunkelten den Himmel, 57 Menschen starben. Damit gehört dieser Vulkanausbruch zu den tödlichsten der USA. Zurück blieb ein Krater, in dessen stetig wachsende Godzilla-Gletscherhöhle Forscher auch heute noch hinabsteigen, um das faszinierende Leben darin zu erkunden.

Entlang des Feuerrings

Gewaltige Tsunamis, zerstörerische Erdbeben, glühend heiße Rauchwolken und Lavaströme durch Vulkane – der Pazifische Feuerring ist die geologisch aktivste Zone der Erde. Mindestens 450 aktive oder vorübergehend schlafende Vulkane bilden einen Gürtel, der sich über 40.000 Kilometer um den Pazifik zieht. Durch den Prozess der Subduktion, bei dem sich eine tektonische Platte unter eine andere schiebt, entsteht an vielen Stellen ein immenser Druck, der sich in Erdbeben und Vulkanausbüchen entlädt. Besonders betroffen ist Indonesien, etwa mit dem Vulkan Bromo auf der indonesischen Insel Java, der zuletzt im Mai 2021 weißgraue Aschewolken in die Höhe schoss. Der 2.329 Meter hohe Stratovulkan, benannt nach dem Hindugott Brahma, befindet sich mit drei weiteren Vulkanen in der Tengger-Caldera, einem durch mehrere Eruptionen entstandenen 820.000 Jahre alten Einsturzkrater. Gemeinsam bilden sie eine außergewöhnliche Landschaft – wie von einem anderen Stern.