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Gut, dass es dich gibt
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Wer sich wahrgenommen und wertgeschätzt fühlt, geht leichter durchs Leben. Übers „Mattering“ – das gute Gefühl, wichtig für andere zu sein.
Es ist einer der Momente, vor dem sich viele Eltern insgeheim fürchten: der Tag, an dem das erste Kind das Haus verlässt. „Das Gefühl, plötzlich überflüssig zu sein und nicht mehr gebraucht zu werden, zog mir förmlich den Boden unter den Füßen weg“, erinnert sich die 65-jährige Lehrerin Ann L. „Obwohl ich damals beruflich erfolgreich war und eigentlich allen Grund hatte, zufrieden zu sein.“ Doch statt den Kopf in den Sand zu stecken, trat Ann damals dem Besuchsdienst einer Kinderklinik bei. Sie las den kleinen Patientinnen und Patienten vor und verkürzte ihnen mit ihren lustigen Geschichten die oft langweiligen Kliniktage. Das Gefühl, gebraucht und wertgeschätzt zu werden, half Ann nicht nur über den Auszug ihrer Kinder hinweg. „Meine Besuche bei den kranken Kindern, ihre Freude und Dankbarkeit gaben meinem Leben einen neuen Sinn“, sagt sie.
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Fragen ans eigene Ich
In der Sozialpsychologie beschreibt der Begriff „Mattering“ eben dieses positive Gefühl, ein wichtiger Teil der Gesellschaft zu sein, von anderen Menschen wahrgenommen und gebraucht zu werden. Wie wichtig bin ich meinen Mitmenschen? Wie viel Aufmerksamkeit widmen sie mir? Legen sie Wert auf meine Meinung? Würde ich ihnen fehlen, wenn ich nicht mehr da wäre? Wie stark verlassen sich Menschen auf mich? Wer die eigene Bedeutsamkeit für andere einschätzen will, kann sich diese Fragen stellen.Die Entwicklung dieser Mattering-Skala durch die Sozialpsychologen Morris Rosenberg und B. Claire McCullough reicht in die 1980er-Jahre zurück. Mithilfe der Befragung von mehr als 6.500 Schülern der Mittel- und Oberstufe untersuchten sie, wie sich das Gefühl, den Eltern wichtig zu sein, auf das Selbstwertgefühl auswirkte. Das Ergebnis: Das subjektive Empfinden, den Eltern viel zu bedeuten, sorgte nicht nur für ein starkes Selbstwertgefühl, sondern darüber hinaus für eine stabile psychische Gesundheit. Wer sich hingegen wenig beachtet fühlte, zeigte ein geringeres Wohlbefinden – mit teilweise weitreichenden Folgen. Jungen, die sich von ihren Eltern wenig wertgeschätzt fühlten, neigten später etwa eher zu delinquentem Verhalten, nach dem Muster: Negative Aufmerksamkeit ist besser als keine.
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Mehr Mattering, weniger Belastungen
Wie wichtig es ist, anderen wichtig zu sein, haben inzwischen zahlreiche Studien bestätigt. Gordon Flett von der kanadischen York University fand heraus, dass Jugendliche, die sich wertgeschätzt fühlen, besser vor Angststörungen, Depressionen und riskantem Verhalten geschützt sind und bessere schulische Leistungen zeigen. Auch bei britischen Studierenden, die Donna Smith von der University of Cambridge online befragte, ging ein höheres Maß an Mattering mit geringeren psychischen Problemen wie Depressionen, Essstörungen, Drogenkonsum, Ängsten und anderen Belastungen einher. „Mattering ist sehr wirkungsvoll. Untersuchungen zeigen, dass es im Allgemeinen mit einer ganzen Reihe positiver Auswirkungen auf Menschen verbunden ist, nicht nur für Studierende“, betont Smith.Auch für die Entwicklung von Resilienz spielt Mattering eine entscheidende Rolle: Wer mit dem Grundgefühl ausgestattet ist, anderen etwas zu bedeuten, steckt stressige Situationen und Rückschläge im Leben besser weg. Sogar auf die körperliche Gesundheit wirkt sich das Gefühl aus. Der Psychologe John Taylor befragte gemeinsam mit seinen Kollegen Michael McFarland und Dawn Carr von der Florida State University mehr als 1.000 Einwohner des US-Bundesstaates Tennessee im Alter zwischen 22 und 69 Jahren zu ihrer psychischen Gesundheit. Sie untersuchten außerdem den Blutdruck, den Kortisolspiegel und das Hüft-Taillen-Verhältnis. Das Ergebnis war eindeutig: Die allostatische Belastung, also die normale Abnutzung des Körpers im Lauf des Alterns, war bei Menschen, die sich von anderen wertgeschätzt fühlten, im statistischen Vergleich deutlich geringer.
Was umgekehrt das Gefühl anrichten kann, niemandem wichtig zu sein, zeigt die sogenannte „ Anti-Mattering-Skala “. Flett zufolge neigen Menschen, die sich wenig beachtet fühlen, zu einem negativen Selbstbild, sozialen Ängsten, Einsamkeit und unsicheren Bindungen. Bei diesen Menschen ist die Zahl der Suizide erhöht. Auch schwere Straftaten werden häufiger von jenen begangen, die in ihrem Leben emotional benachteiligt sind.
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Zuwendung geben – Zuwendung erhalten
Obwohl die Grundlagen für das Gefühl, sich bedeutsam zu fühlen, in der Kindheit gelegt werden, lässt es sich im Erwachsenenalter stärken. Ein Weg liegt in der Beziehungspflege: Aktive Kontakte mit Familie, Freunden und anderen Menschen zahlen sich aus. Mehr als auf die Quantität kommt es auf die Qualität der Beziehungen an. Wer andere anerkennt, wertschätzt und sich für ihre Meinungen interessiert, erhält ähnliche Zuwendung zurück. Flett rät, anderen Zeit zu schenken – etwa durch ein Ehrenamt. Das schützt uns selbst vor Einsamkeit und stärkt die psychische Widerstandskraft. „Vielleicht sollten wir alle darüber nachdenken, wie wir den Menschen um uns herum das Gefühl besser vermitteln können, dass sie wichtig sind“, sagt Donna Smith – so wie Ann, die mit ihrem Einsatz in der Klinik nicht nur den Kindern hilft, sondern auch viel für sich selbst tut. Mehr erfahren