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Das Frieren feiern
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Eisbaden und die Ganzkörperkältetherapie entwickeln sich zum Lifestyle-Trend. Doch ist die extreme Kälte wirklich gesund?
Plötzlich sind sie da. In langen Daunenmänteln stürmen sie im niederländischen Nieuwvliet-Bad über den Strand in Richtung Meer. Ein paar Meter vor der schäumenden Gischt streifen die jungen Frauen und Männer im vollen Lauf ihre Jacken ab und stürzen sich splitternackt in die eisige Nordsee. Schreiend und prustend tauchen sie kurz ein. Dann raus aus dem Wasser und Mäntel an. So schnell, wie sie gekommen sind, verschwinden die Hartgesottenen wieder in den Dünen.
Das Neujahrsschwimmen im eiskalten Meer hat in den Niederlanden Tradition. In manchen Strandbädern wie etwa in Scheveningen trauen sich am Neujahrsmorgen bis zu 10.000 Menschen gleichzeitig in die Fluten der Nordsee, die im Januar durchschnittlich fünf Grad kalt ist. Was in den Niederlanden und in Skandinavien im Winter als Volkssport gilt, entwickelt sich in vielen anderen Ländern zum Lifestyle-Trend: Eisbaden oder die Ganzkörperkältetherapie in Kältekammern als Kick für die Gesundheit. Doch ist das eisige Vergnügen wirklich gesund?
Das Neujahrsschwimmen im eiskalten Meer hat in den Niederlanden Tradition. In manchen Strandbädern wie etwa in Scheveningen trauen sich am Neujahrsmorgen bis zu 10.000 Menschen gleichzeitig in die Fluten der Nordsee, die im Januar durchschnittlich fünf Grad kalt ist. Was in den Niederlanden und in Skandinavien im Winter als Volkssport gilt, entwickelt sich in vielen anderen Ländern zum Lifestyle-Trend: Eisbaden oder die Ganzkörperkältetherapie in Kältekammern als Kick für die Gesundheit. Doch ist das eisige Vergnügen wirklich gesund?
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Frieren mit Methode
Einer der populärsten Verfechter dieses Trends ist der niederländische Extremsportler Wim Hof, der in der Szene als „The Iceman“ fast schon Legendenstatus hat. Mithilfe einer selbst entwickelten Atem- und Meditationstechnik – der Wim-Hof-Methode – setzt er sich regelmäßig extremer Kälte beim Eistauchen in zugefrorenen Seen, Schwimmen zwischen Eisschollen oder beim winterlichen Bergsteigen in Sandalen und leichter Bekleidung aus. Mit seiner Begeisterung steckte er zahlreiche Nachahmer an. Die 2009 gegründete International Ice Swimming Association (IISA) hat nach eigenen Angaben inzwischen Mitglieder in 73 Ländern der Welt.
Sie alle sind überzeugt: Das Sitzen oder das Schwimmen in bis zu minus 2 Grad kaltem Wasser oder ein paar Minuten in minus 85 bis minus 160 Grad kalten Kältekammern (Ganzkörper-Kryotherapie) macht nicht nur glücklich, sondern ist auch eine Wohltat für Körper und Geist. Anbieter werben damit, dass die Kälte das Immunsystem stärkt, Muskel- und Gelenkschmerzen nach dem Training lindert und die Zahl der weißen Blutkörperchen ansteigen lässt. Sie bekämpft auch Hautprobleme wie Akne oder Schuppenflechte, reduziert Stress oder wirkt sogar gegen Depressionen und Ängste.
Einer der populärsten Verfechter dieses Trends ist der niederländische Extremsportler Wim Hof, der in der Szene als „The Iceman“ fast schon Legendenstatus hat. Mithilfe einer selbst entwickelten Atem- und Meditationstechnik – der Wim-Hof-Methode – setzt er sich regelmäßig extremer Kälte beim Eistauchen in zugefrorenen Seen, Schwimmen zwischen Eisschollen oder beim winterlichen Bergsteigen in Sandalen und leichter Bekleidung aus. Mit seiner Begeisterung steckte er zahlreiche Nachahmer an. Die 2009 gegründete International Ice Swimming Association (IISA) hat nach eigenen Angaben inzwischen Mitglieder in 73 Ländern der Welt.
Sie alle sind überzeugt: Das Sitzen oder das Schwimmen in bis zu minus 2 Grad kaltem Wasser oder ein paar Minuten in minus 85 bis minus 160 Grad kalten Kältekammern (Ganzkörper-Kryotherapie) macht nicht nur glücklich, sondern ist auch eine Wohltat für Körper und Geist. Anbieter werben damit, dass die Kälte das Immunsystem stärkt, Muskel- und Gelenkschmerzen nach dem Training lindert und die Zahl der weißen Blutkörperchen ansteigen lässt. Sie bekämpft auch Hautprobleme wie Akne oder Schuppenflechte, reduziert Stress oder wirkt sogar gegen Depressionen und Ängste.
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Was sagt die Forschung?
Doch was sagt eigentlich die Wissenschaft zu dem „coolen“ Trend? In einer Literaturstudie, die im Magazin „Frontiers in Physiology“ veröffentlicht wurde, hat eine Forschungsgruppe um Giovanni Lombardi aus Mailand und Gdansk 2017 den Forschungsstand zur Ganzkörperkältetherapie bei Sportlern zusammengefasst. Ihr Ergebnis: „Aus biochemischer Sicht führt die Ganzkörperkältetherapie nicht immer zu nennenswerten Veränderungen, aber das klinische Endergebnis (in Bezug auf Schmerzen, Muskelkater, Stress und Erholung nach dem Training) ist sehr oft besser als im Ausgangszustand oder in der unbehandelten Vergleichsgruppe.“ Kritisch merken die Forschenden an, dass die Anwendung dieser Therapieform häufig nicht auf wissenschaftlichen Annahmen und Sicherheitsstandards beruhe.
Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt medizin transparent , der Faktencheck-Service von der internationalen NGO Cochrane Österreich. Das Autorenteam, das Mythen und Behauptungen rund um die gesundheitsförderliche Wirkung auf Grundlage der aussagekräftigsten Forschungsergebnisse überprüft, stellte fest: Keine der untersuchten Studien zu den gesundheitlichen Vorteilen des Eisbadens, der Wim-Hof-Methode oder der Ganzkörper-Kryotherapie lieferte aussagekräftige Ergebnisse. Die Begründung: Die meisten Studien hätten „grobe Mängel“. So gab es etwa zwischen der Gruppe der eisbadenden und der nicht eisbadenden Teilnehmenden vor Studienbeginn zu große Unterschiede. Dadurch sei kein fundierter Vergleich möglich gewesen. Auch die Zahl der Studienteilnehmenden war oft viel zu gering für verlässliche Ergebnisse. Bei Untersuchungen zur Wirkung bei Depressionen wurden lediglich Stimmungsunterschiede von psychisch gesunden Teilnehmenden untersucht. Ob sich Eisbaden und Co. längerfristig positiv auf das Immunsystem oder die Psyche auswirken, können solche Studien daher nicht beantworten.
Doch was sagt eigentlich die Wissenschaft zu dem „coolen“ Trend? In einer Literaturstudie, die im Magazin „Frontiers in Physiology“ veröffentlicht wurde, hat eine Forschungsgruppe um Giovanni Lombardi aus Mailand und Gdansk 2017 den Forschungsstand zur Ganzkörperkältetherapie bei Sportlern zusammengefasst. Ihr Ergebnis: „Aus biochemischer Sicht führt die Ganzkörperkältetherapie nicht immer zu nennenswerten Veränderungen, aber das klinische Endergebnis (in Bezug auf Schmerzen, Muskelkater, Stress und Erholung nach dem Training) ist sehr oft besser als im Ausgangszustand oder in der unbehandelten Vergleichsgruppe.“ Kritisch merken die Forschenden an, dass die Anwendung dieser Therapieform häufig nicht auf wissenschaftlichen Annahmen und Sicherheitsstandards beruhe.
Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt medizin transparent , der Faktencheck-Service von der internationalen NGO Cochrane Österreich. Das Autorenteam, das Mythen und Behauptungen rund um die gesundheitsförderliche Wirkung auf Grundlage der aussagekräftigsten Forschungsergebnisse überprüft, stellte fest: Keine der untersuchten Studien zu den gesundheitlichen Vorteilen des Eisbadens, der Wim-Hof-Methode oder der Ganzkörper-Kryotherapie lieferte aussagekräftige Ergebnisse. Die Begründung: Die meisten Studien hätten „grobe Mängel“. So gab es etwa zwischen der Gruppe der eisbadenden und der nicht eisbadenden Teilnehmenden vor Studienbeginn zu große Unterschiede. Dadurch sei kein fundierter Vergleich möglich gewesen. Auch die Zahl der Studienteilnehmenden war oft viel zu gering für verlässliche Ergebnisse. Bei Untersuchungen zur Wirkung bei Depressionen wurden lediglich Stimmungsunterschiede von psychisch gesunden Teilnehmenden untersucht. Ob sich Eisbaden und Co. längerfristig positiv auf das Immunsystem oder die Psyche auswirken, können solche Studien daher nicht beantworten.
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Nicht ohne Risiko
Wer die Kälte trotzdem am eigenen Leib spüren will, sollte langsam und in Begleitung anfangen. Bevor man zum Beispiel ins Eisloch steigt, ist ein Gesundheits-Check-up sinnvoll, um Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder Nervenschädigungen auszuschließen. Darüber hinaus ist die extreme Kälte nicht ungefährlich. Neben dem Risiko einer Unterkühlung warnt die American Academy of Dermatology vor Erfrierungen mit dauerhaften Gewebeschäden, erfrorenen Gliedmaßen und Hautausschlägen.
Ungeachtet mangelnder wissenschaftlicher Wirknachweise erfreut sich die Kältetherapie wachsender Popularität – sowohl als klinisches Verfahren als auch zum Zweck der biologischen Erneuerung. Größere, qualitativ hochwertige Studien werden also nötig sein, um dem Kältekick wissenschaftlich auf den Grund zu gehen.
Wer die Kälte trotzdem am eigenen Leib spüren will, sollte langsam und in Begleitung anfangen. Bevor man zum Beispiel ins Eisloch steigt, ist ein Gesundheits-Check-up sinnvoll, um Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder Nervenschädigungen auszuschließen. Darüber hinaus ist die extreme Kälte nicht ungefährlich. Neben dem Risiko einer Unterkühlung warnt die American Academy of Dermatology vor Erfrierungen mit dauerhaften Gewebeschäden, erfrorenen Gliedmaßen und Hautausschlägen.
Ungeachtet mangelnder wissenschaftlicher Wirknachweise erfreut sich die Kältetherapie wachsender Popularität – sowohl als klinisches Verfahren als auch zum Zweck der biologischen Erneuerung. Größere, qualitativ hochwertige Studien werden also nötig sein, um dem Kältekick wissenschaftlich auf den Grund zu gehen.
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